Adrenalinrausch

Der Sand knirscht zwischen den Zähnen. Im Wind fühlt sich ihr Gesicht fast taub an. In langen Schwaden wehen die Sandfelder über den flachen Autostrand. Um diese Uhrzeit ist noch kein Auto weit und breit zu sehen. Etwas kräftiger tritt Susanne nun in die Pedale ihres Mountainbikes, um gegen die nächste Böe anzukommen. In dem Moment, in dem der Wind nachlässt, atmet sie kurz ein und genießt die Beschleunigung. Dann wieder die nächste Böe. Dieses Mal muss Susanne das Lenkrad fester halten. Der schmale Klippenweg wird vor ihren Augen enger. Das Blut rauscht in den Ohren, genau wie der Wind. Mit Highspeed geht es an der nächsten Wegbiegung herab. Schlagartig wird es still um Susanne. Hier unten hat der Wind keine Macht über sie. Rauf und runter wechseln sich auf der Fahrt Wind und Stille, Stille und Lärm, Rausch und Erholung ab. Auf der letzten Klippe steigt sie ab und legt das Rad ins Gras. Der Strand unter ihr ist immer noch leer und doch in stetiger Bewegung. Sie kann das Salz in den Luft schmecken. Ihr Brustkorb bewegt sich schnell auf und ab. Sie hebt die Arme in die Luft und ruft gegen den Wind: „Wohoooo.” So fühlt sich Leben an.

Lebt leuchtend, Lena.

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