To-Do-Listen und andere Stressfaktoren – Teil 1

Oder: Mit welchen praktischen 10 Schritten du im Alltagsstress zu stoischer Gelassenheit als Mutter kommst.

Ist es bei dir zu Hause auch viel zu oft viel zu wuselig? Versuchst du dann auch, alles mit Listen zu erfassen? Stellst du dann am Ende des Tages auch fest, dass du – wie ich – gnadenlos gescheitert bist, weil mal wieder das echte Leben dazwischengekommen ist?

Hier kommen meine praktischen 10 Schritte, um im Alltag Stress zu vermeiden und letztlich mit stoischer Gelassenheit die wichtigste Aufgabe auf meiner To-do-Liste zu erfüllen: Einen kleinen Menschen zu erziehen, beschützen und vor allem zu lieben. Denn seien wir ehrlich: Allein das füllt einen Tag aus.

1. Systeme etablieren

… und nehme deinem Gehirn Arbeit ab.

Wissenschaftler streiten sich zwar über die genaue Anzahl, sind sich aber darüber einig, dass wir jeden Tag mehrere Tausend Entscheidungen bewusst und unbewusst treffen. Das fängt morgens mit der Kleiderwahl an und hört abends mit der Lektüre am Bett oder der Fernsehsendung auf. Dazwischen kommt unsere ellenlange Liste an Aufgaben, die wir meistens im Kopf um mehrere Punkte erweitern. Nach dem Motto: Das könnte man ja auch noch erledigen, sollte man dazu kommen.

Belaste dein Gehirn nicht unnötig mit zu vielen bewusst zu treffenden Entscheidungen. Etabliere statt dessen Systeme, durch die du viele Dinge im Autopilot erledigen kannst. Du hast bestimmt schon häufiger gehört, dass du dir deine Kleidung für den nächsten Tag abends heraus suchen solltest. Das ist ein klasse Anfang, aber auch am Vorabend musst du so eine Entscheidung treffen. Leichter wird es, wenn du nur das nötigste im Schrank hast und sich alles miteinander kombinieren lässt. Kleidung aus dem Schrank und Anziehen. Ohne vorher groß darüber nachzudenken. Persönlich trage ich deshalb wahnsinnig gern Kleider: Ein Kleidungsstück und ich bin fertig. Im Winter eine schwarze Strumpfhose und eine Strickjacke dazu und ich bin fast genau so schnell fertig.

Immer wiederkehrende Aufgaben lassen sich wunderbar mit Dingen verknüpfen, die du ohnehin schon jeden Tag machst. Du könntest zum Beispiel jeden Morgen nach dem Zähneputzen mit einem feuchten Lappen das Waschbecken auswischen. Dein Badezimmer wirkt so gleich etwas sauberer und ordentlicher. Mache es dir zur Gewohnheit, den Lappen direkt nass zu machen, wenn du die Zahnbürste unter den Wasserhahn hältst. Der Lappen ist jetzt eh schon da, dann kannst du die 20 Sekunden fürs Auswischen auch noch aufwenden. Darüber nachdenken musst du nach etwas Übung nicht mehr. Ich putze meine Küche jeden Morgen beim Frühstück machen nach diesem Prinzip und es funktioniert wunderbar.

… und manage deine Energie, statt deiner Aufgaben.

Um wirkungsvolle Systeme zu etablieren, solltest du aber zunächst kritisch auf deine Tage schauen. Frage dich nicht als erstes, was du zu erledigen hast. Legst du den Fokus nur auf deine To-Do-Liste, wird das Leben dir immer wieder dazwischenfunken. Frage dich statt dessen, zu welcher Tageszeit du energiegeladen bist und wann nicht. Beobachte das einige Tage lang. Als Mama ist es ganz wichtig, dabei auch die Energielevel der Kinder zu beachten. Wenn dein Zweijähriger maulig und quengelig ist, hast du sicherlich weniger Zeit und Lust, Dinge nebenbei zu erledigen, als wenn alles schön entspannt ist.

Du weißt jetzt, wann du die meiste Energie hast? Vielleicht sind dir in deiner Beobachtungsphase sogar ein paar Dinge aufgefallen, die die Energie erhalten oder sie dir rauben? Prima, dann nutze das und überlege dir jetzt, was du von deiner unendlichen Liste alles im Automodus machen willst und an welche Tätigkeiten du etwas anknüpfen kannst. Es braucht etwas Übung, aber glaube mir: Gerade Aufgaben im Haushalt benötigen ansonsten viel zu viel Zeit. Ich persönlich verbringe meine Zeit lieber mit meinem Sohn.

2. Eins nach dem anderen

Es gab eine Zeit in der habe auch ich mich damit geschmückt, angeblich multitaskingfähig zu sein. Das dachte ich auch wirklich, immerhin habe ich am Ende des Tages meine Aufgaben alle erledigt, oder? Ja. Aber ich bin auch immer hundemüde ins Bett gefallen. Da mein Hauptproblem als Mutter sowieso schon Schlafmangel ist, muss ich mich nicht auch noch selber überfordern. Ich arbeite wesentlich effektiver, wenn ich mich auf eine Sache konzentriere. Erledige deine Aufgaben Schritt für Schritt und fokussiert. Die Gelassenheit, die sich einstellt, wenn du Dinge in wesentlich kürzerer Zeit erarbeitest, wird dir nicht nur in deinem Mamaalltag helfen.

3. Morgenroutine

Wie du in den Tag startest, legt den Grundstein für den Rest davon. Natürlich kannst du tagsüber jederzeit wieder versuchen, den Resetbutton zu drücken. Wäre es nicht trotzdem schön, bereits morgens gut gelaunt und motiviert zu starten? Eine Morgenroutine muss nicht instagramschick durchgestylt sein. Sie muss zu dir und deinen Kindern passen. Ich liebe es, morgens eine Stunde für mich zu haben. Yoga, Journaling, Lesen, alles was mein Herz begehrt. Und trotzdem hat das die letzten vier Monate nicht funktioniert, weil mein Sohn entschieden hat, jetzt auch lieber immer um fünf Uhr morgens aufzustehen.

Soll ich mich jetzt darüber ärgern? Nein. Ich habe unsere Routine einfach umgebaut. Denn das ist ganz wichtig. Eine Morgenroutine ist zwar ebenfalls ein System, das du etablierst, um mit möglichst wenigen aktiven Entscheidungen sanft durchzustarten, aber letztlich soll sie Spaß machen. Wenn deine Morgenroutine aus einem Glas Wasser besteht, dass du genüsslich trinkst und dich danach fit für den Tag fühlst, ist das prima. Wer sagt denn, dass eine Morgenroutine aus mehr als einem Wohlfühlritual bestehen muss? Suche dir eine Kleinigkeit, die für dich garantiert immer umsetzbar ist und genieße diese Kleinigkeit jeden Morgen ganz bewusst. Für den Genussmoment darfst du den Autopiloten dann gerne abschalten.

4. Lerne dich kennen!

Ich sage dir sicher nichts Neues: Wir sind alle unterschiedlich und uns motivieren ganz verschiedene Dinge. Trotzdem schreibe ich diesen Blog und du liest ihn. Was uns eint? Wahrscheinlich der Wunsch, eine entspannte Mutter zu sein und den leider sehr realen Überforderungsgefühlen Herr oder wohl besser Frau zu werden. Aber wie genau können wir uns denn nun dazu motivieren, die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen?

Gretchen Rubin, Autorin aus New York, hat sich nach eigener Darstellung genau diese Frage gestellt: Warum tun wir was wir tun und warum tun wir genau das in einer anderen Situation nicht? Das Ergebnis ist eine für mich augenöffnende Typenlehre, die uns in vier Persönlichkeitstypen einteilt: Pflichterfüller:in, Hinterfrager:in, Teamplayer:in, Rebell:in. Das Buch Die 4 Happiness-Typen (Originaltitel: The four tendencies) beantwortet, wie wir mit Erwartungen, die wir selbst an uns stellen oder die an uns gestellt werden, umgehen.

Kurz runter gebrochen lassen sich die von Gretchen Rubin erarbeiteten Typen wie folgt beschreiben.

Pflichterfüller:in

Der/Die Pflichterfüller:in erfüllt sowohl innere als auch äußere Erwartungen ohne Probleme. Es fällt ihm oder ihr leicht, eigene Bedürfnisse zu kennen und eine Balance zwischen der Erfüllung dieser Bedürfnisse und der Erfüllung fremder Erwartungen zu finden. Problematisch sind für diesen Persönlichkeitstyp Planänderungen und Pflichtverletzungen, die zu Frustration führen können.

Hinterfrager:in

Der/Die Hinterfrager:in erfüllt letztlich nur innere Erwartungen, weil zuvor alles jederzeit in Frage gestellt wurde. Erst wenn dieser Persönlichkeitstyp versteht, warum er etwas machen sollte und diese Begründung innerlich mitträgt, erfüllt er eine Erwartung. Gefährlich ist für diesen Typen sich in Recherchen und Nachfragen zu verlieren und so nicht ins Handeln zu kommen.

Teamplayer:in

Der/Die Teamplayer:in erfüllt überwiegend Erwartungen, die von außen an ihn oder sie gestellt werden. Dabei bleiben eigene Bedürfnisse nicht selten auf der Strecke. Damit das nicht passiert, ist es für eine/n Teamplayer:in unerlässlich, in irgendeiner Form rechenschaftspflichtig zu sein. Manchmal genügt hier schon eine freundliche Erinnerung durch eine/e Bekannte/n oder eine entsprechende App auf dem Handy. Manchmal muss es der kostenpflichtige Fitnessstudiovertrag sein.

Rebell:in

Der/Die Rebell:in tut was er/sie tut, weil er/sie es genau in diesem Moment tun will. Dieser Persönlichkeitstyp hat Probleme damit sowohl äußere als auch innere Erwartungen zu erfüllen und rebelliert somit nicht nur gegen Regelwerke, die von anderen aufgestellt werden, sondern auch gegen eigene Pläne. Dieser Typ muss Dinge, die ihm wichtig sind, als Teil seiner Identität begreifen, damit er sie erfüllt.

Der schnellste Weg herauszufinden, welcher dieser Typen du bist, ist, das von Gretchen Rubin auf https://quiz.gretchenrubin.com/ zur Verfügung gestellte Quiz zu machen. Achtung: Das Quiz steht dort nur auf Englisch zur Verfügung. Ansonsten lege ich dir die Lektüre des Buches ans Herz. Ich habe so viel wertvolles über mich gelernt. Und übrigens auch über meinen Mann und wie wir diese Erkenntnisse nutzen können. Ein Kauf, den ich nicht eine Sekunde bereut habe.

Nächste Woche Freitag gibt es Teil 2 dieses Beitrags mit folgenden Stichpunkten: Puffer planen und nutzen, Grundbedürfnisse stillen, Kontrollverlust akzeptieren.

Deine Lena.

Erzähl mal, wie kommst Du entspannt und gelassen durch Deinen Mama-Alltag?

Brauchst du noch etwas Entspannung zwischendurch? Dann probiere es mal mit meinen klitzekleinen MorgenGeschichten.

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