Zitat von Laozi

To-Do-Listen und andere Stressfaktoren – Teil 2

Oder: Mit welchen praktischen 10 Schritten du im Alltagsstress zu stoischer Gelassenheit als Mutter kommst.

Letzte Woche habe ich hier die ersten vier Schritte vorgestellt. Heute folgen die letzten sechs. Als Erinnerung hier nochmals eine kurze Zusammenfassung der letzten Woche.

1. Systeme etablieren

Etabliere Systeme und Gewohnheiten, um dein Gehirn nicht mit überflüssigen Entscheidungen und Aufgaben zu belasten.

2. Eins nach dem anderen

Single- statt Multitasking!

3. Morgenroutine

Etabliere eine einfache Minimalmorgenroutine.

4. Lerne dich kennen!

Finde heraus, zu welchem Persönlichkeitstyp nach Gretchen Rubins Vier Happniness-Typen (Original: The four tendencies) du gehörst und komme dadurch ins Handeln.

Jetzt zu den letzten sechs Schritten:

5. Puffer nutzen

Ein alter Hut – ich weiß. Plane Puffer ein, wenn du deinen Monat, deine Woche, deinen Tag planst. Denke daran, dass das Leben immer Überraschungen bereit hält und du auf diese meistens nicht vorbereitet bist. Die wahre Stoikerin würde an dieser Stelle sagen: Ich bin immer auf alle Hindernisse vorbereitet, weil ich mich innerlich bereits gegen alle Widrigkeiten gewappnet habe. („Derjenige, der das Kommen von Schwierigkeiten vorausgesehen hat, nimmt ihnen die Macht, wenn sie eintreten.“ – Seneca).

Aber seien wir ehrlich: So schön das auch klingt. Es braucht Übung und Hingabe, um jeden Morgen aufzustehen und irgendwann zwischen Wickeln, Zähne putzen, Anziehen und Frühstücken noch darüber nachzudenken, welche Probleme sich uns heute in den Weg stellen könnten und wie wir dann optimal präpariert reagieren können. Viel praktischer ist es da doch, einfach ausreichend Puffer einzuplanen. Und ich meine AUSREICHEND. Nicht zehn Minuten am Ende des Tages oder zwanzig Minuten kurz vor dem Mittagessen. Plane ganze Blöcke ein, in denen du nichts zu tun hast, in denen du aber trotzdem Zeit hast. Du fragst dich jetzt vielleicht, was du dann mit der ganzen Zeit anfangen sollst, wenn deine Pläne wunderbar aufgegangen sind und du am Anfang deines Pufferblocks stehst. Hier ein paar Vorschläge:

  • Schreibe dir eine Liste mit Dingen, die du gern erledigen würdest, die aber nicht wichtig sind. Teile die Liste in Zeitabschnitte ein. Je nach dem, wie viel Zeit du hast, kannst du jetzt damit anfangen.
  • Halte eine Belohnung bereit, wenn du wirklich einmal nichts in der Pufferzeit tust. Ein besonderes Buch, das du nur dann lesen kannst, zum Beispiel.
  • Führe eine Liste mit Dingen, die du auf gar keinen Fall erledigen willst, die aber leider gemacht werden müssen. Belohne dich danach. Du hast gerade etwas in deiner „Freizeit“ geregelt. Darauf kannst du stolz sein.

6. Puffer sind keine Me-Time!

Das bringt mich zu meinem nächsten Punkt: Die geplanten Pufferzeiten sind keine Pausen. Du solltest nicht den Fehler machen, Pausen als Puffer zu planen. Stell dir vor, du brauchst den Puffer wirklich mal für das, wofür er gedacht ist. Soll ja schon mal vorkommen… Dann hättest du am Ende gar keine Pause und das stresst dich dann sicher auch. Plane also ganz bewusst Pausen und Selbstpflege (ja, so heißt es auf deutsch) ein.

7. Grundbedürfnisse stillen

Als Mutter hast du während der ersten Lebenswochen deines Kindes sicher genauso häufig wie ich gehört, gesehen oder gelesen, wie wichtig es ist, die Grundbedürfnisse zu stillen. Das gilt natürlich nicht nur für die ersten Lebenswochen, sondern das ganze Leben lang. Der Unterschied ist nur: Kinder sind darauf angewiesen, dass wir uns darum kümmern, ihre Bedürfnisse zu erkennen und zu stillen. Wir als Erwachsene sollten dafür keine Hilfe brauchen. Einige von uns haben das aber anscheinend verlernt oder vielleicht nie erlernt. Du musst dich gut ernähren, um deinen wunderbaren Körper zu pflegen. Du musst dich bewegen, um deinen Körper und Geist fit zu halten.

Nicht nur, damit du als Mutter funktionierst. Sondern damit du als Frau voll da bist. Das ist nämlich auch viel toller, als nur zu funktionieren. Deine Kinder mögen eine gesunde und glückliche Mama bestimmt auch lieber. Nähe zu deinen Liebsten gehört zu deinen Bedürfnissen genauso wie Schlaf. Ich lache auch gerade innerlich, das darfst du mir glauben. Wann können wir schon mal wirklich schlafen? Umso wichtiger, jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen. Ich mache jeden Tag einen Mittagsschlaf mit meinem Sohn. Könnte ich die Zeit für den Haushalt oder sonst eine Aufgabe nutzen? Na klar. Aber es bringt ja niemandem etwas, wenn ich nach einer gefühlt durchzechten Nacht nach der anderen immer müder werde. Denn ich kann auch quengeln wie ein Kleinkind, wenn es sein muss.

8. Spielen

Vergiss nicht, mit deinen Kindern zu spielen. Geh heute Abend mal ins Bett und frage dich, wie viel Zeit du effektiv Quatsch und Blödsinn mit deinem Kind gemacht hast. Und wie viel Zeit hast du damit verbracht, Geschirr zu spülen, aufzuräumen, einen Kunden zu betreuen, zu telefonieren, zu surfen, zu… Du verstehst sicher, worauf ich hinaus will. GeLASSENheit bedeutet für mich auch, Dinge zu lassen. Lass Sachen liegen und lass deine Kinder Kinder sein. Lass dich selber mal gehen und hole deine gut versteckte kindliche Fantasie hervor. Genieße den Moment, er kommt nicht zurück. Vergiss nicht, dass dein Alltag ihr ganzes Leben ist.

9. Innehalten

Innehalten und dankbar sein für das, was man hat, wird häufig als der Schlüssel zu einem glücklichen Leben und mehr Gelassenheit verkauft. Auch ich schreibe mir jeden Morgen auf, wofür ich gerade dankbar bin. Dafür halte ich natürlich auch einen Moment inne und strenge meine grauen Zellen an. Ich habe dafür aber nicht etwa ein besonderes Büchlein, in dem ich nur positive Gedanken festhalte.

Ich schreibe diese Sache in meinen Kalender. Direkt neben meine To-Do-Liste. Und direkt danach gehe ich meinen durchgeplanten Tag mit allen Aufgaben mental durch. Meine Intention dabei bleibt die Dankbarkeit: Dankbarkeit dafür, dass ich in der Lage bin, all diese Aufgaben zu erledigen. Dankbarkeit dafür, dass ich die Möglichkeit bekomme, am Ende stolz zu sagen, was ich geschafft habe und wozu ich ganz bewusst „Nein“ gesagt habe. Dankbarkeit dafür, bei jeder Aufgabe und jedem Termin etwas lernen zu können. Das kostet mich weniger als zwei Minuten. Klingt albern? Probier es mal aus. Wenn du eine Aufgabe nicht mehr als Last, sondern als Grund dafür, dankbar zu sein, begreifst, ist sie garantiert leichter erledigt.

10. Kontrollverlust

Akzeptiere den Kontrollverlust in deinem Alltag. Es muss dich nicht belasten. Denn im Grunde kannst du nichts verlieren, was du nie hattest. Wir bilden uns als Mütter gern ein, dass wir die Managerinnen eines kleinen Unternehmens namens Familie sind. Keine Sorge: All die Fähigkeiten, die dafür nötig sind, haben wir sicherlich. Auch ich bin trotz besseren Wissens davon überzeugt, dass ohne mich nichts läuft. Aber: Diese Denkweise setzt uns auch wahnsinnig unter Druck.

Ärgere dich nicht über Dinge, die du nicht ändern kannst. Das ist verschwendete Lebensenergie. Die Stoiker sind davon überzeugt, dass nur über eine einzige Sache volle Kontrolle hast: Über deinen Verstand – also deinen Geist. Nutze diese Lehre für mehr Gelassenheit in Situationen, in denen das Familienmanagement auf einmal wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Missgeschicke, blöde Zufälle, Unfälle, all das passiert und du kannst es nicht wirklich beeinflussen. Akzeptiere diese Möglichkeiten und konzentriere dich auf deine kontrollierbare Reaktion: Atme ein und bleibe gelassen. Für unsere Kinder sind wir als Mütter, die den Überblick behalten, schließlich wirklich unersetzlich.

Jetzt hast du erfahren, mit welchen praktischen 10 Schritten du im Alltagsstress zu stoischer Gelassenheit als Mutter kommst. Erzähl mal, wie kommst Du entspannt und gelassen durch Deinen Mama-Alltag?

Deine Lena.

Brauchst du noch etwas Entspannung zwischendurch? Dann probiere es mal mit meinen klitzekleinen MorgenGeschichten.

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