Wertschätzung

Tuut, tuut, tuut. Ein klickendes Geräusch am anderen Ende der Leitung. „Bauer und Schmidt Servicebüro. Mein Name ist Gisela Schneider. Wie kann ich behilflich sein?“ Ein Lächeln huscht über Faras Gesicht. Ohne es zu merken, nimmt sie eine aufrechte Sitzposition ein und räuspert sich noch einmal. „Guten Morgen Frau Schneider, hier ist Fara Decker. Ich wollte mich mal bei Ihnen melden.“ – „Frau Decker, oh wie schön! Wie geht es Ihnen und Ihrer Familie denn?“ – „Sehr gut, danke! Der kleine Mann fängt gerade an, zu krabbeln. Ich genieße die Zeit sehr.“ – „Das kann ich verstehen. Bis wann sind Sie noch in Elternzeit?“ – „Noch ein ganzes Jahr. Und unter uns gesagt, habe ich auch kein Interesse daran, einen Tag früher zurück ins Büro zu kommen.“ Faras Gesichtsmuskeln werden schlagartig etwas fester. Sie gräbt die Fingernägel ihrer freien Hand tief in die Handinnenflächen. Das hätte sie vielleicht nicht zu der Assistentin ihres Chefs sagen sollen.

„So soll es sein. Nutzen Sie jeden Tag. Die gibt Ihnen später niemand mehr zurück. Ich konnte mir damals auch nicht vorstellen, überhaupt jemals wieder zu arbeiten.“ Fara atmet pfeifend aus. Ihre Lippen entspannen sich und ihr Mund formt wieder ein kleines Lächeln. Nach etwas weiterem Smalltalk schließt Frau Schneider das Gespräch. „Lassen Sie mich Ihnen nur noch eins sagen: Wir vermissen Sie sehr und wir warten auf Ihre Rückkehr.“ Fara legt auf und grinst. Gibt es ein schöneres Kompliment, als ein „Wir vermissen Sie.“?

Lebt leuchtend, Lena.

P.S. Hat Euch der Beitrag zum Lächeln gebracht? Was hat Euch gefallen und was vielleicht auch nicht? Ich freue mich auf Euer Feedback in den Kommentaren oder per Kontaktformular.

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